Autonomiephase verstehen
Dein Kind wirft sich auf den Boden, schreit Nein und streckt dir im nächsten Moment die Arme entgegen. Du spürst diesen Knoten zwischen Brust und Magen. Was geht da gerade vor sich?
Du machst nichts falsch. Was du gerade siehst, hat einen sehr konkreten Grund. In diesem Alter ziehen bei deinem Kind oft drei Grundbedürfnisse gleichzeitig: Verbindung.
Sicherheit. Autonomie. Darum kann dein Kind in einem Moment laut Nein sagen und im nächsten wieder deine Arme suchen.
Das ist kein Widerspruch. Das ist Entwicklung. Was in diesem Alter noch nicht verlässlich da ist, ist die Fähigkeit, innezuhalten, abzuwägen und einen anderen Weg zu finden.
Der Wille ist schon groß. Die Selbststeuerung kommt erst. Und so kann schon eine kleine Frustration das ganze System überlasten.
Wenn dein Kind dann kippt, ist es nicht störrisch. Es ist schlicht überwältigt. Du musst das nicht lösen.
Aber mit deiner Ruhe, deiner Nähe und deiner klaren Anwesenheit gibst du deinem Kind von außen, was es innerlich erst langsam entwickelt. Mit deiner ruhigen Begleitung hilfst du ihm dabei, genau das mit der Zeit selbst zu lernen.