Vater sein in der Autonomiephase
Dein Kind wirft den Löffel zum dritten Mal runter. Du hebst ihn auf, und schon fliegt er wieder. Dein Nacken wird warm, die Geduld dünn.
Das ist kein Machtkampf. Und auch kein Trotz. Dein Kind ist gerade in einem Alter, in dem es buchstäblich durch Ausprobieren lernt.
Was passiert, wenn ich das loslasse? Fällt es immer? Und was macht Papa?
Das ist keine Provokation. Das ist Entwicklung. Gleichzeitig prüft dein Kind etwas anderes: ob du verlässlich bist.
Ob dieselbe Grenze immer noch gilt. Ob du da bist, auch wenn es schwierig wird. Denn in diesem Alter hängt das Gefühl von Sicherheit genau daran.
Und genau hier liegt deine eigentliche Aufgabe. Nicht zuerst das Verhalten abstellen. Sondern zuerst bei dir bleiben.
Den Blick auf dich richten, bevor du reagierst. Das Bedürfnis hinter dem Verhalten mit im Blick halten. Und dann klar und verlässlich Richtung geben, ohne die Verbindung zu verlieren.
Wenn der Löffel wieder fliegt, sag ruhig: Der Löffel bleibt jetzt bei mir. Keine Erklärung. Keine Schärfe.
Nur Orientierung. Und dann gibst du deinem Kind etwas anderes, womit es weiter ausprobieren kann. Deine Aufgabe ist nicht, starke Gefühle oder schwieriges Verhalten wegzubekommen.
Deine Aufgabe ist, in all dem Orientierung zu bleiben. Nicht hart. Nicht beliebig.
Sondern klar, verlässlich und in Verbindung. Das trägt euch beide. PapaKlar gibt Orientierung und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Begleitung.