Wenn dein Kind immer mehr selbst machen will
Dein Kind will etwas unbedingt selbst machen, aber es gelingt noch nicht so, wie es das gerne hätte. Vielleicht möchte es den Löffel selbst zum Mund führen, die Treppe allein hochgehen oder irgendwo hinaufklettern, ohne Hilfe anzunehmen. Du merkst, wie schnell der Impuls kommt, einzugreifen.
Das ist gut nachvollziehbar. Zwischen 12 und 24 Monaten ist der Wille deines Kindes oft schon größer als das, was es im Moment schon umsetzen kann. Es will schon viel.
Aber es kann noch nicht alles so, wie es das innerlich schon möchte. Dieses Spannungsfeld aus Wollen und noch nicht Können gehört zu dieser Phase dazu. Frust ist dabei nicht automatisch ein Zeichen, dass gerade zu viel verlangt wird.
Manchmal zeigt er einfach, dass Wollen und Können gerade aneinanderstoßen. Dass dein Kind etwas wagt, auch wenn es noch nicht klappt. Denn dein Kind übt in diesem Moment nicht nur eine Handlung.
Es übt Koordination, Selbstwirksamkeit und dranzubleiben, auch wenn es schwierig wird. Und das gelingt am besten, wenn du daneben bist. Nicht lösend.
Sondern begleitend. Was ihm dabei oft mehr hilft, ist Begleitung statt schnelles Abnehmen. Jemand, der daneben bleibt und ihm den Raum lässt, es selbst zu versuchen.
So viel Unterstützung wie nötig. So wenig Übernahme wie möglich. Denn jedes Mal, wenn dein Kind es ausprobieren darf, speichert es ab: Ich darf das versuchen.
Ich bin dabei nicht allein. Das stärkt nicht nur die Motorik. Es stärkt das Vertrauen deines Kindes in sich selbst.
Wenn es wieder nicht klappt, kannst du zum Beispiel sagen: Fast. Ich bin dabei. Oder du legst deine Hand sanft daneben, nur als Stütze, nicht als Übernahme.
So kann dein Kind weiter selbst probieren. Und du bleibst in deiner Ruhe daneben.