Wut halten und begleiten
Dein Kind liegt vor Wut auf dem Boden. Es schreit, und alles in dir will das irgendwie stoppen. Das hat einen Grund.
Und der sagt nichts darüber aus, wie gut du das gerade machst. Zwischen 12 und 24 Monaten entdeckt dein Kind gerade seinen eigenen Willen. Und gleichzeitig kann es Gefühle noch nicht ordnen, nicht umschalten, nicht innehalten.
Wut kommt in diesem Alter oft schnell, körperlich und ohne Übergang. Das ist keine Absicht. Das ist diese Phase.
Dein Kind sucht in diesem Moment keine Lösung und keine Diskussion. Es sucht Halt in deiner Antwort. Es will spüren: Bleibt die Beziehung, auch wenn ich so bin?
Du musst die Wut nicht wegmachen, damit dein Kind sich getragen fühlt. Was hilft, ist ein Rahmen, der stehen bleibt, während du bei ihm bleibst. Kein Kampf gegen das Gefühl.
Begleitung durch das Gefühl. Wenn dein Kind auf eine Grenze mit großer Wut reagiert, muss das nicht heißen, dass etwas daran falsch war. Deine Ruhe muss dabei nicht perfekt sein.
Sie ist eine Richtung. Wenn dein Kind das nächste Mal wütend am Boden liegt, sag ruhig: Du bist sehr wütend. Ich bin hier.
Mit der Zeit erlebt dein Kind so, dass große Wut da sein darf und Beziehung trotzdem bleibt. Das ist keine Kleinigkeit.