Einschlafen mit Nähe
Wenn dein Baby in der Co-Betreuung nur mit dir in den Schlaf findet, muss das nicht heißen, dass es vorher erst lernen müsste, ohne dich einzuschlafen. Gerade im ersten Lebensjahr ist Nähe beim Einschlafen oft kein Umweg, sondern ein Weg über Sicherheit. Dein Baby erlebt dabei nicht, dass es etwas nicht kann, sondern zuerst: Jemand ist da, ich bin sicher und ich darf in den Schlaf finden.
Ein Beistellbett oder Schlafen in Co-Betreuung beschreibt erst einmal nur, wie ihr die Nächte gerade gestaltet. Dass dein Baby dabei Nähe zum Einschlafen braucht, ist noch kein Zeichen, dass etwas nicht stimmig ist. Solange diese Schlafsituation euch trägt, darf sie auch ein guter Weg sein.
Entlastend kann deshalb sein, nicht zuerst zu fragen, ob dein Baby schon ohne dich einschlafen kann, sondern was ihm gerade hilft, ruhig in den Schlaf zu finden. Rituale und wiederkehrende Abläufe können dabei Orientierung geben, aber sie müssen Entwicklung nicht erzwingen. Was an Eigenständigkeit möglich wird, darf sich mit der Zeit zeigen.
Wenn ihr heute nebeneinander einschlaft, kann schon reichen, bei einer klaren, ruhigen Form von Nähe zu bleiben, statt innerlich zu prüfen, ob es jetzt auch ohne dich gehen müsste. Wenn euer Weg beim Einschlafen irgendwann nicht mehr stimmig wirkt, weil dein Baby unruhiger schläft oder du selbst an deine Grenze kommst, darf neu geschaut werden, was euch jetzt besser tragen könnte. Wenn euch das über längere Zeit belastet, kann fachkundige Begleitung helfen, gemeinsam auf Bedürfnisse, Belastung und passende Veränderungsmöglichkeiten zu schauen.