Zwischen Baby schützen und großes Kind halten
Dein größeres Kind schubst das Baby, und in dir geht sofort alles an. Du willst das Kleine schützen und das Große dabei nicht beschämen. Genau das kann ein sehr herausfordernder Moment sein.
Denn natürlich braucht das Baby Schutz. Und gleichzeitig ist dein größeres Kind in diesem Alter noch mitten in seiner Entwicklung. Vieles ist noch impulsiv, unmittelbar und noch nicht gut steuerbar.
Wenn ein kleines Kind haut, schubst oder grob wird, steckt dahinter in diesem Alter oft kein böser Wille. Oft ist es eher ein Moment von Spannung, Überforderung, starkem Impuls oder dem Wunsch, wieder mehr Nähe zu finden. Wenn so ein Moment kommt, darf zuerst das Baby in Sicherheit gebracht werden.
Am hilfreichsten ist dabei oft, dass du ruhig übernimmst. Mit einer klaren Bewegung, mit deiner Nähe, mit deinem Dazwischengehen. Gerade unter 3 helfen in solchen Augenblicken meist nicht viele Worte, sondern ein Erwachsener, der Orientierung gibt.
Manchmal reicht schon ein kurzer Satz wie: Ich bin da. Oder: Ich passe auf euch auf. So bleibt die Grenze spürbar, und dein größeres Kind kann trotzdem erleben, dass du es weiter mit im Blick hast.
Wenn der Moment etwas abgeklungen ist, darf dein größeres Kind spüren, dass du es nicht aus dem Blick verlierst. Dass du da bist. Für das Baby.
Und auch für es. Nicht jeder Moment braucht sofort eine Erklärung. Und nicht jeder Moment lässt sich gleich in etwas Schönes verwandeln.
Oft reicht es erst einmal, das Baby zu schützen, Ruhe hineinzubringen und die Verbindung zu beiden Kindern zu halten. Genau darin liegt in diesem Alter oft das Entscheidende. Das Baby ist geschützt.
Und das größere Kind kann trotzdem spüren, dass du bei ihm bleibst.