Die Rolle von Oxytocin im Wochenbett
Warmes Ziehen im Brustkorb. Du hältst dein Baby, und in dir läuft gerade alles auf Nähe. Manchmal fühlt sich das nach Ruhe an, manchmal nach Unruhe direkt neben der Zärtlichkeit.
Beides passt ins Wochenbett, auch wenn es widersprüchlich wirkt. Das Wochenbett bietet einen Schonraum für Mutter und Baby zur Erholung. Oxytocin, das Hormon der Nähe, fördert die Bindung zwischen dir und deinem Kind sowie zwischen dir und deinem Partner.
Es löst mütterliches Verhalten sowie Liebes- und Glücksgefühle aus und stimuliert unser limbisches System, das Belohnungssystem des Körpers. Oxytocin hat eine angstlösende und beruhigende Wirkung. Haut-zu-Haut-Kontakt fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind.
Die sichere Bindungserfahrung ermöglicht deinem Baby körperliche Entspannung. Elternkompetenz vermittelt deinem Baby Sicherheit und Ruhe. Stillen unterstützt die physische und psychische Entwicklung des Kindes bis ins Erwachsenenalter.
Und gleichzeitig bist du kein Schalter, der auf „gelassen“ springt. Oxytocin ist eher ein Verstärker von Nähe als ein Versprechen für eine bestimmte Stimmung. Wenn es um euch stiller wird, spürst du dich oft deutlicher, und das kann weich oder kantig sein.
Das sagt nichts gegen eure Verbindung, sondern zeigt, wie viel dein System gerade verarbeitet. Du darfst dich dabei begleitet fühlen, auch wenn dein Kopf gerade sehr aktiv ist. Wenn es innen zu laut wird, schaffe dir eine ruhige Umgebung und bleib bei euch.
Weniger Kulisse gibt dir und deinem Baby mehr Raum für das, was ohnehin da ist. Und falls du spürst, dass sich Belastung über längere Zeit festsetzt, erinnere dich daran, dass Unterstützung eine liebevolle Option für dich ist. Du machst das großartig und bist nicht allein.<break time="0.6s/>