Tandemstillen und Milchmenge
Wenn zwei Kinder an der Brust trinken, kann sich auch deine Milchbildung mit verändern. Denn Milchbildung folgt nicht einfach einer festen Menge, sondern reagiert auf Nachfrage, Saugreiz und Entleerung. Mehr Saugreiz kann die Milchbildung anregen, weil dein Körper auf das antwortet, was gerade tatsächlich gebraucht wird.
Dabei spielt auch Prolaktin eine wichtige Rolle, denn das Saugen an der Brust unterstützt seine Ausschüttung und damit die Milchbildung. Auch der Milchspendereflex gehört dazu. Er wird über Oxytocin ausgelöst und kann während einer Stillmahlzeit mehrfach einsetzen.
So kann die Milch immer wieder ins Fließen kommen. Gleichzeitig darf es entlastend sein zu wissen, dass sich Milchbildung nicht immer sofort gleich einspielt. Manchmal braucht dein Körper etwas Zeit, um sich auf die veränderte Nachfrage einzustellen.
Vielleicht fühlen sich deine Brüste voller an. Vielleicht sortiert sich die Milchmenge erst einmal neu. Es kann auch entlastend sein, das Ganze nicht nur in eine Richtung zu lesen.
Milchbildung wird zwar durch häufiges und effektives Stillen unterstützt, sie kann aber auch leichter ins Stocken geraten, wenn das Stillen gerade noch nicht gut eingespielt ist. Zum Beispiel dann, wenn Stilleinheiten zu selten oder zu kurz sind, wenn die Brust sehr voll bleibt oder wenn das Stillen insgesamt noch nicht gut zusammenpasst. Tandemstillen kann deine Milchproduktion also beeinflussen.
Nicht, weil dein Körper unzuverlässig wäre. Sondern weil er sehr fein auf Bedarf, Saugreiz und Entleerung reagiert. Wenn du Veränderungen bemerkst, darfst du sie deshalb erst einmal als Teil dieser Anpassung sehen.
Und beim Tandemstillen kann es helfen, ruhig zu beobachten, wie sich das Stillen für euch insgesamt einspielt. Wenn deine Brust sehr voll ist oder der Milchfluss sehr stark wirkt, kann es sinnvoll sein zu schauen, welches Kind zuerst trinkt. Das ist aber keine feste Regel, sondern eher etwas, das ihr für euch passend finden dürft.