Stillen & Milch

Wenn beim Stillen plötzlich die Stimmung kippt

Du legst dein Baby an. Und kaum beginnt es zu trinken, kippt die Stimmung in dir für einen Moment. Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber spürbar. Vielleicht zieht Traurigkeit durch dich hindurch.

Du legst dein Baby an. Und kaum beginnt es zu trinken, kippt die Stimmung in dir für einen Moment. Nicht laut.

Nicht dramatisch. Aber spürbar. Vielleicht zieht Traurigkeit durch dich hindurch.

Vielleicht eine Welle von Unruhe. Vielleicht Gedanken, die du in diesem Moment gar nicht haben willst. Das kann verwirren.

Weil Stillen doch Nähe ist. Und Nähe sich plötzlich schwer anfühlt. In genau diesem Moment setzt der Milchspendereflex ein.

Im Körper verschieben sich Hormone in Sekunden. Dopamin sinkt, Prolaktin steigt. Für manche fühlt sich dieser Übergang wie ein kurzer innerer Absturz an.

Steil. Und nach ein bis zwei Minuten wieder vorbei. Wenn das Gefühl eng mit dem Anlegen verbunden ist und ebenso schnell wieder weiter wird, spricht vieles für genau diesen Reflex.

Das sagt nichts über deine Bindung. Und nichts über deine Mutterrolle. Vielleicht hilft es, diesen Moment innerlich zu benennen: „Da ist der Reflex.“ Nicht, um ihn wegzuschieben.

Sondern um ihn einzuordnen. Wenn sich die Schwere allerdings nicht nur auf diesen Augenblick beschränkt, wenn Traurigkeit, Wut oder Angst dich auch außerhalb des Stillens begleiten, dann gehört auch das in den Blick. Schwangerschaft, Geburt, vorangegangener Stress – all das wirkt im Nervensystem weiter.

Manchmal feiner, als man es erwartet hätte. Du musst das nicht alleine sortieren. Und du musst nicht erst am Limit sein, um dir Unterstützung zu holen.

Stillen ist Beziehung. Und Beziehung schließt dich mit ein. Was da in dir kippt, ist kein Beweis gegen dich.

Es ist ein körperlicher Moment. Und der darf gesehen werden.

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