Wenn dein Kind das Baby ablehnt
Wenn dein Kind sagt, das Baby soll wieder weggehen, und du nicht weißt, wie du damit umgehen sollst, dann steckt dahinter oft weniger Ablehnung gegen das Baby als ein Ruf nach Sicherheit. Mit einem neuen Geschwisterkind verändert sich etwas im ganzen Familiensystem. Für das ältere Kind fühlt sich vieles plötzlich anders an.
Aufmerksamkeit verteilt sich neu. Abläufe verändern sich. Und das, was vorher sicher war, muss innerlich oft erst wieder neu sortiert werden.
Dabei kann schnell der Eindruck entstehen, dass das größere Kind schon viel weiter ist. Älter. Robuster.
Selbstständiger. Und trotzdem sind seine Bedürfnisse nach Verbindung, Sicherheit und Verlässlichkeit nicht einfach kleiner geworden. Je nach Alter kann dein Kind das alles noch gar nicht gut in Worte fassen.
Dann helfen oft nicht zuerst viele Erklärungen, sondern spürbare Zeichen von Verbindung. Ein kurzer Moment auf dem Schoß. Ein vertrautes Ritual.
Ein Blick nur für euch. Ein Satz, der ruhig bleibt. Wenn Worte passen, kannst du das Gefühl dahinter benennen.
Zum Beispiel: Das ist gerade ganz schön viel für dich. Oder: Ich merke, du brauchst mich gerade besonders. Wenn Worte noch nicht viel tragen, trägt oft dein Verhalten mehr: deine Nähe, deine Verlässlichkeit, dein ruhiges Dableiben.
Kleine Inseln helfen. Nicht perfekt. Nicht groß.
Aber wiedererkennbar. Momente, in denen dein Kind spürt: Ich bin immer noch gemeint. Dein Kind braucht nicht unbedingt mehr von allem.
Aber es braucht spürbar, dass sein Platz sicher bleibt. Ein neues Baby verändert viel. Und trotzdem darf sich die neue Ordnung nach und nach entwickeln.
Ihr müsst da nicht sofort angekommen sein.