Eltern-Team & Alltag

Über Nächte und Erschöpfung gut ins Gespräch kommen

Wenn du mit deiner Partnerin über Nächte, Erschöpfung und Fairness sprechen willst, ist es verständlich, wenn du innerlich schon vorher angespannt bist. Zu wenig Schlaf macht Gespräche selten leichter.

Wenn du mit deiner Partnerin über Nächte, Erschöpfung und Fairness sprechen willst, ist es verständlich, wenn du innerlich schon vorher angespannt bist. Zu wenig Schlaf macht Gespräche selten leichter. Man reagiert schneller gereizt, hört empfindlicher und sagt Dinge oft schärfer, als man sie eigentlich meint.

Wenn ein Gespräch dann kippt, liegt das oft nicht daran, dass ihr euch zu wenig liebt, sondern daran, dass ihr beide müde seid. Deshalb hilft es meist, das Thema nicht mitten in der Nacht klären zu wollen, sondern in einem ruhigeren Moment. Nicht dann, wenn ihr beide schon am Limit seid, sondern dann, wenn noch etwas Ruhe da ist.

Der Anfang darf dabei ruhig und klar sein. Oft wird ein Gespräch eher tragfähig, wenn du nicht zuerst aufzählst, was alles schiefläuft, sondern benennst, wie sehr dich die Nächte gerade erschöpfen. Also nicht: Du machst nachts zu wenig.

Sondern eher: Ich merke, dass mich die Nächte gerade stark erschöpfen und dass ich mit meiner Kraft an Grenzen komme. So bekommt das Gespräch eher Richtung, ohne dass ihr sofort im Gegeneinander landet. Denn über Belastung lässt sich oft leichter sprechen als über Schuld.

Fairness heißt in solchen Phasen oft nicht, dass alles exakt gleich aufgeteilt sein muss. Fairness heißt eher, dass die Nächte für euch beide auf Dauer tragbar bleiben und euer Baby trotzdem gut begleitet ist. Hilfreich kann deshalb sein, wenn ihr beides gleichzeitig im Blick behaltet: Was braucht unser Baby nachts?

Und was brauchen wir, damit wir uns in dieser Erschöpfung nicht verlieren? Ein guter Einstieg kann zum Beispiel so klingen: Ich will das nicht als Streit führen. Ich will mit dir schauen, wie wir die Nächte im Moment besser aufteilen können, damit es für uns beide tragbarer wird.

So bleibt ihr eher im Team. Und im Team geht es nicht darum, wer gewinnt oder wer recht hat, sondern darum, dass beide sagen dürfen, wo es gerade zu viel wird. Daraus muss nicht sofort alles geklärt sein.

Oft reicht schon etwas Konkretes für die nächsten Tage: eine kleine neue Aufteilung, ein Satz für nachts, mit dem ihr um Hilfe bittet, oder eine Abmachung, die erst einmal nur für diese Woche gilt. Und wenn du merkst, dass du schon vor dem Gespräch innerlich zumachst, kann auch das offen gesagt werden. Nicht als Entschuldigung, sondern als Einordnung: Ich bin gerade sehr müde und schnell gereizt, mir ist wichtig, dass wir gut miteinander sprechen.

Das macht dich nicht kleiner. Es macht das Gespräch klarer. PapaKlar gibt Orientierung und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Begleitung.

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